Mächtiges Rot

Mächtiges Rot – ein philosophischer Roman, nicht nur in dem Sinne, dass philosophische Gedanken zur Sprache kommen, nein, wir erleben die Auseinandersetzung des Protagonisten mit den Gedanken des französischen Philosophen Michel Henry gewissermaßen »live«, hautnah mit. 

Ein Kulturjournalist erhält anonyme Briefe, in denen ihm vom »Logos des Mordes« erzählt wird. Seit Beginn der Neuzeit wird eine sehr spezielle Art von Mord an der Menschheit begangen, den niemand bemerkt. Eine geheime Widerstandsgruppe hat im Untergrund den Kampf gegen den »Logos des Mordes« aufgenommen. Der Protagonist nimmt uns mit auf die Suche nach den Gründen und möglichen Auswegen aus dieser tödlichen Situation, indem er den Kontakt mit der Widerstandsgruppe sucht.

Es wird nicht theoretisch über Philosophie geschrieben, sondern wir haben die Gelegenheit, das Eintauchen des Journalisten in die Grundgedanken der Philosophie Michel Henrys auf sehr lebendige Weise mitzuerleben. Denn es geht auch darum, was wir mit »Leben« meinen und um einen verzweifelten Versuch, durch das Lesen der Texte Henrys zum Leben zurückzufinden.

Goran Grubacevic gelingt es, einen packenden und originellen Zugang zur Philosophie Michel Henrys zu eröffnen. Eine radikale, kompromisslose Philosophie, die von uns Leserinnen und Lesern eine Entscheidung fordert.

Goran Grubacevic, geboren 1962 in Zagreb, Kroatien. Studium der Romanistik und Philosophie in Zürich, Doktorat in Philosophie zu Gilles Deleuze (französische Gegenwartsphilosophie).

Hausarzt 4.0

Ein Plädoyer für die Hausarztmedizin.

Giovanni Fantacci ist das Kunststück gelungen, seine langjährige Erfahrung als Hausarzt mit seinen Überlegungen zu den verschiedensten Aspekten der Medizin zu einem gut lesbaren und interessanten Buch zu vereinen. Seine Ausführungen geben der Leserin, dem Leser eine fachkundige und umfassende Einführung in folgende Themen: die Geschichte der Medizin, das traditionelle und moderne Verständnis von Krankheit und Gesundheit, die existenziellen Themen Tod und Sterben, die Arzt‑Patienten‑Beziehung, die Arbeit mit beeinträchtigten Patientinnen und Patienten, die Möglichkeit zur Veränderung unseres Lifestyles. Schließlich geht es auch darum, wie wir Sinn und Zufriedenheit im Leben finden. Der Mensch steht dabei immer im Zentrum des Interesses, dies verbindet Giovanni Fantaccis Arbeit als Hausarzt mit seiner Arbeit als Autor.
Das Buch lädt dazu ein, sich selbst Gedanken über die vielschichtigen Aspekte der Medizin zu machen, und bietet eine sehr gute Ausgangsbasis für diejenigen, die vertiefend eine Lektüre der im Buch erwähnten Werke in Angriff nehmen möchten. Giovanni Fantacci stellt seine Gedanken in einer leicht verständlichen Sprache dar und spricht dadurch uns alle an.

Mehr zu Giovanni Fantacci

Die Überlebende

Spannender Kurzroman zu Weltuntergang im Jura

Was würde ich tun, wenn ich gerade eine Katastrophe überlebt hätte? 

Die junge Frau in diesem Roman, die nach dem Ausfall von Strom und jeglicher Kommunikation in einem Weiler im Schweizer Jura völlig auf sich allein gestellt ist, erlebt diesen Weltuntergang zuerst hilflos abwartend. Allmählich jedoch erwacht ihr Überlebenswille, sie beginnt nach Lösungen zu suchen. Im Tagebuch notiert sie, oft mit einer Prise Selbstironie, ihre Fortschritte und Rückschläge. Und entdeckt dabei Erstaunliches!

Die vordergründig simplen Tagebucheinträge öffnen schrittweise den Blick auf eine vielschichtige Katastrophe und zugleich auf die Entwicklung der Überlebenden, die um Nahrung kämpfen muss, aber auch gegen äußere Feinde und innere Dämonen aus ihrer nahen und fernen Vergangenheit.

Aktuelle Themen wie Strommangel und Internetausfall führen beim Lesen fast unweigerlich zur Frage, wie man denn selbst reagieren würde angesichts einer solchen Situation. Der Ausweg, den Guinands Tagebuchschreiberin schließlich findet, wird überraschen …

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Aus der Spur

Kurzlesung »Aus der Spur« auf Instagram

Zürich im Sommer 2014. Martin Maibach, siebenundvierzig und kurz vor der Scheidung, wird unfreiwillig von seinem Job beurlaubt. Auch sonst läuft für ihn einiges nicht rund: Seine Affäre nimmt eine unerwartete Wendung, sein Sohn Eric entgleitet ihm mehr und mehr, ein Bootsausflug auf dem See endet in einer Beinahe-Katastrophe. Obendrein hat ihn seine zukünftige Exfrau Christine zu einer Nachbarschaftsparty eingeladen. Und da an dem Anlass auch der siebzehnte Geburtstag Erics gefeiert werden soll, muss er wohl oder übel hingehen.

Die Handlung findet ihren Widerhall in den mäandernden Gedanken und Assoziationen des Ich-Erzählers Maibach. Seine inneren Monologe und Betrachtungen kommentieren das Geschehen oft ironisch-distanziert und liefern den »Soundtrack« zu diesem Roman, der auch das Alltägliche und scheinbar Unbedeutende zum Klingen bringt.

Der erste Teil der Martin-Maibach­-Erzählung handelt von einer Zeit des Umbruchs und den damit verbundenen Widrigkeiten, die den Protagonisten vor sich hertreiben. Aber wer sich an der Seitenlinie wiederfindet, der will auch irgendwann zurück ins Spiel …

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Die Modiglianifrau

»Glaubst du, dass man lernen kann, glücklich zu sein?«, fragt Milla ihren Mitbewohner Alfons. Sie kommt permanent zu spät, ist ständig pleite und völlig unzuverlässig. Ohne Vorwarnung tritt die für alle anderen unsichtbare Modiglianifrau in ihr Leben und verfolgt sie mit ihren spitzen Bemerkungen auf Schritt und Tritt. Ein geheimnisvoller Koffer führt zu einem ereignisreichen Roadtrip, der Millas Leben von Grund auf verändert. Als sie sich unterwegs der Begegnung mit ihrer Mutter stellt, droht alles zu eskalieren. Gut, dass es ihre Freundin Rosalie gibt, die sie vor dem Schlimmsten bewahrt und ihr hilft, ihre abenteuerliche Reise fortzusetzen …

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Rezensionen auf Lovelybooks

Wolodymyr Selenskyj

Seit dem 24. Februar 2022, 6 Uhr früh, sieht man den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, nur noch im khakifarbenen T-Shirt oder Hemd. Trotz drohenden Mordanschlägen bleibt er im Präsidialamt an der Bankowa-Straße, im Herzen der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Unrasiert, später mit Bart, gibt Präsident Selenskyj den internationalen Medien Interviews und spricht über Großleinwände zu ausländischen Parlamenten. Dabei zeigt sich: Der Mann, der das Land seit 2019 regiert, hat sich in einen Kriegsherrn verwandelt. Er verkörpert den Heroismus und den Widerstand eines ganzen Volkes, das todesmutig um seine Freiheit kämpft.

Für diese Rolle schien der ehemalige Komiker und Filmproduzent allerdings nicht bestimmt. Wer ist dieser begabte Kommunikator, der durch eine Abfolge unglaublicher Ereignisse – z. B. eine Primetime-Fernsehserie auf dem populären Sender eines Oligarchen kurz vor den Wahlen – in die Politik kam und auf dessen Schultern heute ein Teil von Europas Schicksal lastet? Die Autoren, die beide vor Ort tätig sind, ermöglichen eine spannende, durchaus auch kritische Annäherung an diese außergewöhnliche Persönlichkeit.


Der Titel Quercus – Aus dem Leben einer Eiche wurde am 24.6.2022 mit dem proQuercus Award 2022 ausgezeichnet:

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